#ALLEFÜRSKLKIMA – Wir müssen (mehr) reden

Ich habe allergrößten Respekt. Respekt davor, wieviel Fridays For Future im letzten Jahr bewegt hat. Dass sich Kinder und Jugendliche mit Politik beschäftigen und FÜR eine Sache einstehen, die die Erwachsenen verkackt haben, sollte in meinen Augen grundsätzlich gefeiert werden. Deswegen finde ich es auch bemerkenswert, wie sie dem Hass und der Häme im Netz trotzen und ihr Ding durchziehen. Sie haben den Ernst der Lage erkannt. Es ist Zeit endlich wirksam zu handeln, denn die Regenwälder brennen, der Permafrostboden taut und die Erde erwärmt sich unaufhaltsam. Wir bewegen uns auf einen Kipp-Punkt zu, bei dem es kein einfaches „zurück“ mehr gibt.

Deswegen findet am Freitag parallel zur Weltklimakonferenz der UNO ein globaler Protest statt – davon hunderte Demos in Deutschland. Auch mein Leipzig ist dabei. Unser kleines Zeichen wird sein, dass unser Onlineshop für einen Tag nicht erreichbar sein wird. Anstattdessen verlinken wir die Ziele und Forderung von Fridays For Future. Unsere Eva und unsere Praktkantin Franzi werden an der Demo teilnehmen.

Und Flo und ich? Tja, wir sind im Urlaub. Auf Kreta. Jeder von uns beiden bläst 585kg CO2 in die Luft, nur für unser Vergnügen. Ist das nicht ein Widerspruch? In den letzten Wochen haben wir viel darüber diskutiert, ob so eine Reise überhaupt noch plausibel ist.

Vermeiden, reduzieren, kompensieren

Es ist unsere Hochzeitsreise. Wir haben sie vor einem Jahr gebucht. Wer uns kennt, weiß, dass uns das Thema Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Und es ist uns wieder mal bewusst geworden, dass es schwierig ist, wirklich grün zu reisen, wenn das Ziel weit entfernt ist. Im letzten Jahr waren wir mit der Bahn auf Rügen, in diesem Jahr wollten wir uns gerne etwas gönnen.

Um möglichst klimaneutral zu wirtschaften, haben wir für unsere eigene kleine Firma das Prinzip „vermeiden, reduzieren, kompensieren“ übernommen. Genau so halten wir es auch beim Reisen. Unseren Flug haben wir bei der Non-Profit Organisation Atmosfair „ausgeglichen“. Hier gibt es einen Rechner mit dem man seinen CO2-Verbrauch kalkulieren kann. Dieser wird dann in einen entsprechenden Geldbetrag umgewandelt mit dem man ein Klimaschutzprojekt unterstützen kann. Das ist wahrlich nicht die Lösung des Problems, eher eine Übergangslösung bis die Luftfahrtindustrie eine wirkliche Alternative anbieten kann. Bis dahin heißt es auch für uns, dass solche Reisen eher die Ausnahme sind.

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Die Zeit der Gemütlichkeit ist vorbei

Im Netz lese ich immer wieder „Was kann ich schon ausrichten?“, „Deutschland ist so klein, warum sollten wir Vorreiter sein?“ und „die Anderen machen auch nichts“. Ich verstehe diese destruktive Haltung ehrlich gesagt nicht. Wichtig ist es doch, einfach mal anzufangen, wenn selbst die konservativsten Meinungsmacher mittlerweile eingestehen, dass die Sache mit dem Klimawandel doch nicht so abwegig ist. „Aber Vorsicht, man darf nichts überstürzen. Man muss die Leute mitnehmen“ heißt es dann oft. Leider habe ich die Befürchtung, dass uns die Zeit fehlt, immer weiter zu warten. Der Gedanke muss reifen, dass wir nicht einfach immer nur nehmen können. Wenn wir das Ding wirklich nicht verkacken wollen, müssen wir unsere derzeitige Lebensweise hinterfragen. Doch nicht nur uns würde es helfen, unser Bewusstsein zu schärfen, ich denke, dass vor allem die Politik gefordert ist, einen Rahmen zu schaffen. Der Markt in seiner jetzigen Form hat gezeigt, dass er es nicht selbst regeln kann.

Perfektion ist eine Illusion

Every person makes a difference. Wenn sich alle etwas mehr informieren würden und für sich überlegen, wie sie ihren kleinen Beitrag leisten, wäre schon viel geholfen. Kann man dabei immer alles richtig machen? Natürlich nicht. Aber wichtig ist es doch, dass man einfach mal anfängt. Zum Beispiel um ein Zeichen zu setzen – am Freitag bei der #AlleFürsKlima-Demo in deiner Stadt.

P.S.: Ich habe zuletzt einen ziemlich guten Vortrag gesehen und gehört, den ich euch gerne mitgeben möchte. Gehalten hat ihn der Wissenschaftler Volker Quaschning, der die Bewegung Scientists For Future gegründet hat. In einer Stunde fasst er sehr kurzweilig zusammen, was der menschengemachte Klimawandel eigentlich bedeutet und welche Lösungen die Wissenschaft fordert. Danach sieht man vieles mit anderen Augen.

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