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Franziska Klee Blog
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Zu allererst möchte ich mich entschuldigen. Der folgende Text könnte etwas länger werden. Das liegt allein daran, dass mir das Thema wichtig ist und ich vielleicht den ein oder anderen zum Nachdenken anregen kann. Ausgangspunkt sind Kommentare, die ich immer mal wieder zu hören bekomme:

„Deine Taschen sind viel zu teuer!“ – „Wer soll sich das leisten?“ – „So eine Tasche kriegste auch schon für 80 Euro.“

Ich kann damit wunderbar leben, wenn meine Schätzchen nicht jeden Geschmack treffen oder jemand nicht gewillt ist, meinen Preis zu zahlen. Den Wert eines Gegenstandes empfindet eben jeder anders und manche wollen sich diesen „Luxus“ eben auch nicht leisten.

Meiner Meinung nach sollte man sich aber auch genau überlegen, ob es sinnvoll ist, jedes Jahr zwei, drei Taschen zu kaufen und diese vom nächsten Trend gleich wieder ablösen zu lassen oder ob man lieber eine etwas zeitlosere Variante wählt, die mit einem Geschichten erlebt und die man bewusst trägt.

DAS PROBLEM HEISST FAST FASHION

Neben dem Wert eines Kleidungsstücks oder Accessoires sind mir persönlich auch die Werte, die dahinter stecken sehr wichtig. Hier kommt eines der größten Probleme der Modeindustrie ins Spiel. Man kann es unter dem Begriff Fast Fashion zusammenfassen.

Erst gestern bin ich in Leipzig an den riesigen Schaufenstern der Innenstadt vorbei gelaufen. Ich sehe einen nigelnagelneuen Rucksack für fünfzehn Euro und frage mich, wie das funktionieren soll? Zu welchen Konditionen muss dieser produziert worden sein?

Ich kann das Thema nicht ansatzweise so gut erklären wie eine Doku, die ich euch empfehlen möchte. Wer ein Netflix-Abo hat, sollte sich unbedingt „The True Cost“ anschauen. Der Film benennt die genauen Probleme des globalen Modehandels, stellt ihre Akteure und ergreifende Einzelschicksale vor.

Besonders bewegt haben mich die Geschichten der Menschen, die in einer Gerberei im Norden Indiens Leder herstellen. Sie arbeiten ohne Schutzkleidung mit giftigen Chemikalien. Die ungeklärten Abwässer landen direkt in ihren Flüssen. Die Menschen, die dort leben, entziehen sich ihre Lebensgrundlage, erkranken überdurchschnittlich an Krebs oder bringen behinderte Kinder zu Welt. Gleichzeitig sind sie von einem System abhängig, dem sie nicht entrinnen können. Und das alles nur für günstige Sneaker?

Die Dokumentation zeigt, dass wir alle verlieren, wenn wir dieses Spiel mitspielen. Auch wir, die wir mit prall gefüllten Tüten eines dieser ultragünstigen Modegeschäfte in bester Innenstadtlage verlassen. Für einen kurzen Augenblick bekommen wir das tolle Gefühl reich zu sein. Doch welchen Preis zahlen wir wirklich? Müssen wir uns wundern, warum Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen, ihre Familien verlassen, um dort hin zu fliehen, wo das Gras vermeintlich grüner ist?

ICH MÖCHTE VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Viele Eltern werden diese Gedanken kennen: Man fragt sich, in was für eine Welt man sein Kind geboren hat und welche Werte man ihnen mitgeben möchte. Seit der Geburt meines Sohnes ist es mir noch mal klarer geworden, dass ich versuchen möchte, einige mir wichtige Grundsätze so konsequent wie möglich umzusetzen.

1. Transparenz gegenüber meinen Kunden

Ihr sollt wissen, woher euer Produkt wirklich kommt. Nur weil eine Tasche „Made in Germany“ ist, heißt das noch lange nicht, dass alle Dinge, die dafür benötigt werden, wirklich hier hergestellt wurden. Auch bei unseren Produkten ist das so. So kommen Leder und Garn aus Deutschland, die Beschläge wie Verschlüsse und Aufhänger aus Rumänien und die Reißverschlüsse aus Japan. Entscheidend ist für uns in dieser Hinsicht vor allem die Qualität.

Ich arbeite gerade daran, jedes noch so kleine Detail bis zum Ursprung zu verfolgen und prüfe die Konditionen, wie etwas hergestellt wurde. Das ist sehr, sehr aufwendig und manchmal gar nicht so einfach, da viele Hersteller diese Infos nicht preisgeben wollen. In Kürze berichte ich euch mehr darüber.

2. Soziale Verantwortung übernehmen

In einem mir möglichen Rahmen möchte ich unbedingt anderen Menschen helfen. Seit kurzer Zeit arbeite ich mit der Evangelischen Stadtmission Halle (Saale) zusammen. Ich freue mich sehr, eine nette Dame gefunden zu haben, die mir hilft, die herausnehmbaren Innentaschen unserer Wickeltaschen zu nähen. Gleichzeitig bin ich glücklich, dass auch ihr diese Arbeit gut tut. Hier erfährst du mehr darüber.

3. Ressourcen schonen

Außerdem versuche ich maßvoll zu handeln und richte alle meine Entscheidungen danach aus. Das fängt bei der Wahl der Materialien an (Erfahre mehr über unser Ökoleder), die Produktion unserer Waren (keine sinnlose Vorproduktion), bis hin zum Versand mit einem Umweltschutzprogramm und das Drucken von Visitenkarten etc. auf Recyclingpapier.

DER WAHRE PREIS EINER TASCHE

Bei den meisten von uns läuft ein Shoppingerlebnis ja so ab: Man entdeckt etwas, das einem gefällt, dann checkt man das Preislabel und ein paar Millisekunden später hat man entschieden, ob man zuschlägt oder nicht. Doch wie kommt ein Preis eigentlich zustande? Die „harten“ Faktoren sind nahezu bei jeder Firma gleich: Material, Arbeitskraft, Innovationskosten, Werbekosten, Transportkosten, Bürokratie, Steuern, Marge für den Verkäufer etc.  – Entscheidend ist die Gewichtung der einzelnen Punkte.

Wenn also ein Rucksack 15 Euro kostet, MUSS man zwangsläufig davon ausgehen, dass nicht nur die Qualität miserabel ist, sondern auch die Bedingungen für alle beteiligten Personen, die an der unmittelbaren Herstellung des Produktes teilgenommen haben. Der psychologische Effekt für den Kunden im Laden ist jedoch ein anderer: Der Preis für das Produkt ist so unverschämt, dass man dumm wäre, wenn man es nicht zuschlagen würde. Den wenigsten fällt dabei auf, dass sie diejenigen sind, die für dumm verkauft werden.

Neben den harten Faktoren, die letztendlich zu einem Preis X führen, sollte man sich meiner Meinung nach also immer auch über die weichen Faktoren Gedanken machen – auch wenn ein Angebot zu gut klingt. Man kauft nie einfach nur eine Tasche. Man unterstützt auch eine Idee. In unserem Fall darf man sich sicher sein, ein Stück Fair Fashion in den Händen zu halten, in vielen Fällen sogar ein Unikat, das es kein zweites Mal gibt. Man kann sich außerdem sicher sein, dass dafür niemand ausgebeutet wurde. Und man weiß, dass davon eine kleine Familie lebt.

P.S.: Wer checken möchte, welche Arbeitsbedingungen, Klimaziele etc. eine Marke erfüllt, kann bei RANK-A-BRAND nachschauen.

Immer mal wieder bekomme ich die Frage gestellt, ob bei meinen Taschen nicht das Innenfutter fehlt. Dann sage ich, dass ich mich bewusst dagegen entschieden habe und das aus einem praktischen Grund:

Der Großteil meiner Taschen ist für den Alltag gemacht

Damit mir eine Tasche ein treuer Begleiter ist, erwarte ich persönlich, dass sie robust ist und auch mal Krümel und Dreck aushält. Auf Dauer macht das dem Innenfutter ganz schön zu schaffen. Wie oft ist es mir schon passiert, dass die Baumwolle fleckig wird oder der Futterstoff einreißt. Von der aufwändigen und nervigen Reinigung (wenn das überhaupt möglich ist) ganz zu schweigen.

Umso schöner schöner finde ich die natürlichen Eigenschaften unseres Ökoleders. Krümel lassen sich ganz einfach ausklopfen und Flecken durch die raue Struktur der Lederinnenseite mit einer speziellen Reinigungsbürste ausmassieren. Nur eines mag unser Leder nicht so gerne: Flüssigkeiten, die in der Tasche auslaufen. Sie brauchen viel Geduld, um wieder zu verschwinden.

Wünsch dir was

Egal ob #teaminnenfutter oder #teambraucheichnicht, jeder hat seine ganz eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse. Wenn du dir eine unserer Alltagstaschen mit einem Innenfutter wünschst, ist das kein Problem. Schreibe mir dazu einfach eine Mail.

Ich freue mich immer wieder, wenn es zu Kooperationen mit Labels und kreativen Köpfen kommt, die ich richtig toll finde. Diese Beschreibung  trifft zu 100% auf Laura und ihrem Brautkleid Label Schleifenfänger zu. Ich liebe ihren luftig leichten Stil, die Vintage-Inspirationen und nicht zuletzt, dass sie alle Kleider in ihrem Atelier in Leipzig von Hand näht. Wir haben viel gemeinsam. Auch sie geht gerne auf die individuellen Wünsche  ihrer Kunden ein. Die Liebe, die sie in ihre kleinen Kunstwerke steckt, merkt man auf jeden Fall an.

Heiraten im Boho-Style

Ihre jährliche Brautkleid Kollektion wurde diesmal inspiriert von einem dreiwöchigen Roadtrip quer durch den Südwesten der USA. Das merkt man vor allem bei der Auswahl der Farben. Zum klassischen creme, gesellt sich ein helles blau und ein wunderbares senfgelb. Mich erinnert das an unzählige Stunden, die auch ich schon auf einer Straße irgendwo im nirgendwo in Amerika verbringen durfte. Besonders freue ich mich, dass ich eine Wunschclutch für eines der fünf Outfits beisteuern durfte. Das knallige pink und fast schon übertriebene Gold versprüht für mich so ein bisschen 80s LA-Vibe. Auch Lauras Modell gefällt mir sehr gut – sehr modern interpretiert!

Passend zum Thema wurden die Kleider im Kakteenhaus des Botanischen Gartens in Halle (Saale) fotografiert . Und auch hier sieht man, wie liebevoll die Fotos und die Szenerie gestaltet wurde.

Liebe Laura, lieben Dank, dass ich ein kleiner Teil dieses tollen Projekts sein durfte.  Ihre Kollektion bekommt ihr hier. Danke auch  Franka & Thomas Photographie, dass wir die Bilder benutzen dürfen. Die Kette vom Model stammt von Flamingo Cat, ebenfalls aus Leipzig.

Weitere Bilder des Shootings bekommt ihr bei Liebe zur Hochzeit.

Vor ein paar Wochen haben wir euch erzählt, warum es uns so wichtig ist, dass unsere Produkte zu euren Lieblingsstücken werden. Wir sind super happy, euch nun etwas Neues anbieten können, von dem wir glauben, dass es ein weiteres Puzzlestück ist, das uns noch gefehlt hat. Ab sofort habt ihr die Möglichkeit unsere Produkte mit eurem Wunschtext prägen zu lassen. Hier ein paar Beispiele, was alles möglich ist:

  • Den Namen eures Kindes könnt ihr auf die Fersen unserer Babyschuhe prägen lassen.
  • Ihr könnt den Namen aber auch auf die Innenseite eurer Wickeltasche prägen.
  • Euer neues Portemonnaie könntet ihr mit euren Initialen versehen.
  • Oder eine Hochzeitsclutch mit eurem ganz besonderen Datum schmücken und somit zu einem ganz besonderen Erinnerungsstück machen.

Eurer Kreativität sind bis auf die Anzahl der möglichen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen also keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß beim personalisieren!

Manchmal hat man das Glück, dass man zur richtigen Zeit auf die richtige Person trifft. Doch von vorne…

Für mich war Oktober 2016 ein Meilenstein in meinem Leben. Ich habe all meinen Mut zusammengenommen und meinen Job aufgegeben, um das zu machen, was mir am Herzen liegt. Dieses kleine Label. Seitdem bin ich mein eigener Chef und kann selbst entscheiden, wo meine Prioritäten liegen. Diese Freiheiten sind ein absolutes Geschenk, aber auch nicht immer einfach, da meine To Do Liste tendenziell eher länger als kürzer wird. Ich möchte mich aber nicht beklagen, im Gegenteil. In dieses Projekt kann ich all das stecken, was mir persönlich wichtig ist. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren vor allem mit dem Begriff Slow Fashion auseinandergesetzt – also Mode, die zeitlos schön, handwerklich anspruchsvoll und nachhaltig ist. Mir ist aber auch wichtig, dass ich mich in irgendeiner Weise sozial engagiere. Nur wie?

Hilfe zur Selbsthilfe

Genau in dieser Phase habe ich Martin kennengelernt. Er leitet die Werkstatt der Evangelischen Stadtmission Halle (Saale). In seiner Abteilung arbeiten Menschen mit körperlicher und seelischer Behinderung. Das heißt, vom Rollstuhlfahrer bis hin zum studierten Menschen mit Burnout, ist alles dabei. Nach einer Messe sprach er mich an, ob wir nicht kooperieren könnten. Ich fand die Idee von Anfang an großartig, da ich mit meinen bescheidenen Mitteln einer Person zumindest ein bisschen die Möglichkeit geben kann, wieder an der Gesellschaft teilzunehmen. Hilfe zur Selbsthilfe eben.

Nach einigem Hin und Her haben wir eine Möglichkeit gefunden, die Baumwoll-Innenfächer unserer Wickeltaschen von einer wirklich sehr netten Dame nähen zu lassen. Sie ist mir eine riesige Hilfe und von Martin weiß ich, dass sie happy über ihre neue Aufgabe ist. Das merke ich auch daran, dass die Täschchen alle sehr akkurat und liebevoll genäht sind. Um an der Gesellschaft wieder teilzunehmen, gehört natürlich auch dazu, dass ich einen fairen Preis dafür zahle. Für mich persönlich ist diese Win-Win-Situation ein absoluter Glücksfall.